Auf der Schwelle – Leben im Frauenhaus

Ausstellung der Fotografin Brigitte Kraemer

12.-19. November 2020 · Gemeinschaftshaus Wulfen

Besuch während der Öffnungszeiten nach Terminabsprache möglich.

Eintritt frei!

 

Die Ausstellung findet statt mit freundlicher Unterstützung der Stadt Dorsten. Bitte beachten Sie bei der Veranstaltung die gesetzlichen Hygiene- und Abstandsvorschriften!

 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW e.V. hat in Zusammenarbeit mit der Herner Fotografin Brigitte Kraemer eine Wanderausstellung „AUF DER SCHWELLE - Leben im Frauenhaus“ realisiert,um das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder vielen Menschen zugänglich zu machen. Die Ausstellung umfasst 35 Bilder, die einen authentischen Einblick in die Lebensbereiche des Frauenhauses bieten, und fünf Porträtfotos von Frauen mit ihren Lebensgeschichten. Infotafeln mit Hintergrundwissen zum Thema „Häusliche Gewalt“ einschließlich Kontakt- und Hilfemöglichkeiten vervollständigen diese besondere Ausstellung. Die Ausstellung „AUF DER SCHWELLE“ gewährt uns einen Einblick in eine bisher weitgehend unbekannte Welt. Frauenhäuser verbergen ihr Inneres vor den Augen der Öffentlichkeit aus gutem Grund. Ihr Auftrag ist es, Schutz und Sicherheit zu gewähren und den Frauen und Kindern, die diesen Schutzraum be-wohnen, Unterstützung in der Entwicklung einer Lebensperspektive ohne Bedrohung und Gewalt zu bieten. Die Schwelle wird zum Ort ganz eigener Bedeutung. Der „Schwellenort“ Frauenhaus erscheint hier weniger ein Übergangsort zu sein, als ein Lebensort. Ein Ort, an dem Frauen ankommen und den sie sich zu eigen machen. Ein Ort, an dem Einsamkeit spürbar wird und Freundschaften entstehen. Ein Ort der Stärke und des Mutes. Ein Ort für Kinder, ein Ort der Kreativität, des Lernens, ein Ort der Raum und Zeit gewährt, zu sich zu kommen.

 

In diesem Sinne ist das Frauenhaus nicht nur der Ort des Übergangs, sondern der Stabilität, der Tragkraft, der feste Boden, von dem aus die dort wohnenden Frauen ihr weiteres Leben planen.Brigitte Kraemer eröffnet uns den Blick auf die Würde der abgebildeten Frauen. Sie zeigt Frauen und Kinder in Situationen und Stimmungen, die uns unter die Haut gehen. Lachend und weinend, nachdenklich und fröhlich, in der Gemeinschaft mit anderen und allein. Sie verweist in ihren Fotografien auf das Verbindende zwischen den Frauen, über alle kulturellen Grenzen hinweg.Die Fotoausstellung „AUF DER SCHWELLE“ ist der Versuch neue Wege zu beschreiten. Ziel ist es in den Dialog zu kommen, speziell Vorurteile abzubauen. Auch sollen die Fotos betroffenen Frauen Mut machen und Wege hin zu einem gewaltfreien Leben aufzeigen. Die Bewohnerinnen des Frauenhauses zeigen, dass sie viel mehr sind als Opfer. Sie sind Frauen, Heldinnen des Alltags, sie scheitern, sie sind mutig, stark und eigenwillig.Dank der Förderung durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, ist es möglich, diese Wanderausstellung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

Die Fotografin Brigitte Kraemer hat sich schon in früheren Jahren mit dem Thema „Frauen im Frauenhaus“ beschäftigt und die daraus entstan-denen Verbindungen haben sie bis heute begleitet. „Mich hat interessiert, ob sich in der Zwischenzeit etwas verändert hat. Den engagierten Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser, die mir ihre Türen geöffnet haben, ist es zu verdanken, dass ich mich erneut diesem Thema widmen konnte. Die Bewohnerinnen der Frauenhäuser haben mich in ihren privaten, sehr persönlichen Lebensalltag gelassen. Sie haben mir ihr Vertrauen geschenkt und ihre Lebensgeschichten erzählt. Dem Mut der Frauen, sich ihrer Situation zu stellen, ist es zu verdanken, dass ich sie ein Stück ihres Weges begleiten konnte und ihren nicht ‚ganz normalen Alltag‘ fotografieren durfte. Ihre Schicksale haben mich sehr bewegt. Es gibt traurige Momente, aber auch solche, die von der Kraft und Entschlossenheit der Frauen erzählen, ein neues Leben anzufangen.“Brigitte Kraemer ist freischaffende Fotografin im Ruhrgebiet. Sie studierte Fotografie und Grafik-Design an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen bei Angela Neuke und Willy Fleckhaus. Neben Auftragsarbeiten für Magazine wie Spiegel, Stern und für Die Zeit, wurde ihre Arbeit in zahlreichen Einzelausstellungen in Museen und Galerien gezeigt und vielfach ausgezeichnet.